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RES TMO - Regionale Energieversorgung und Speicherung in der Trinationalen Metropolregion Oberrhein

Die Umstellung auf erneuerbare Energien (Renewable Energy Sources – RES) gilt weltweit in gleicher Weise wie in der Trinationalen Metropolregion Oberrhein (TMO) als bedeutende Herausforderung. In diesem Zusammenhang treten Fragen in den Vordergrund, die die kontinuierliche Sicherstellung der Energieversorgung sowie die Flexibilität der Versorgungssysteme betreffen. Die Lösung dieser Problematik liegt dabei in der komplementären Nutzung von Energiesystemen und der Verbesserung der Speicherkapazitäten. Die Partner des Interreg-Projekts „RES-TMO“ erarbeiten nun ein Energiekonzept für die Oberrheinregion, bei dem grenzüberschreitende Potentiale effizient ausgeschöpft werden können.

Dieses Konzept, zugleich eine „Roadmap für eine integrierten RES-basierten Energiemarkt am Oberrhein“, wird Szenarien, Werkzeuge und Handlungsempfehlungen für eine optimale grenzüberschreitende Nutzung komplementärer Potentiale auf der Basis optimierter transnationaler Netzstrukturen enthalten. Ziel ist, die grenzbedingten Schranken zur Erhöhung des RES-Anteils am Energiemix zu identifizieren und abzubauen, die komplementären Erzeugungs-, Bedarfs und Speicherpotenziale für RES optimal einzusetzen und so Synergieeffekte zu erzeugen. Dies würde sowohl zur Verringerung des Ausstoßes von Luftschadstoffen und Treibhausgasen innerhalb des Programmgebiets als auch zur Versorgungssicherheit trotz starker Energiesysteme beitragen.

Das Konzept kann die politischen Entscheidungsträger bei der Umsetzung der Energiewende innerhalb des Programmgebiets unterstützen und zugleich als Blaupause für andere Europäische Grenzregionen dienen.

Projektkoordinatorin an der Universität Freiburg: Ines Gavrilut, ines.gavrilut@felis.uni-freiburg.de

Projekt-Website: www.res-tmo.com


SuMo-Rhine – Förderung der nachhaltigen Mobilität in der Region Oberrhein

SuMo-Rhine: Förderung der nachhaltigen Mobilität in der Region Oberrhein - Entwicklung und Anwendung eines grenzüberschreitenden Systems zur Bewertung von Mobilitätskonzepten

Mobilität ist sowohl ökonomisch als auch sozial ein zentraler Faktor der Gesellschaft. In der heutigen Form trägt sie allerdings in Frankreich und in der Schweiz zu ca. 30% und in Deutschland zu ca. 20% zu den nationalen schädlichen CO2- Emissionen bei.

Ziel des Projekts „SuMo-Rhine“ ist es, Städte und Kommunen am Oberrhein beim Auf- und Ausbau grenzüberschreitend nachhaltiger Verkehrssysteme zu unterstützen. Die am Oberrhein existierenden grenzüberschreitenden Verkehrssysteme am Beispiel der Ballungsräume Straßburg und Lörrach werden umfassend analysiert und bewertet. Im Zuge dessen bauen die Projektpartner ein neuartiges „Entscheidungsunterstützersystem“ auf. Über eine Webapplikation macht das System messbare und nicht zuletzt vergleichbare Indikatoren für nachhaltige Mobilität zugänglich. Städte, Kommunen, Mobilitätsämter und Mobilitätsdienstleister sollen so Potenziale zur Verbesserung des Verkehrsangebots mit geringer Umweltbelastung und zur Steigerung des Marktanteils alternativer Verkehrsträger weitaus präziser als bisher identifizieren können.

Das Interreg-Projekt „SuMo-Rhine“ wird vom Deutsch-Französischen Institut für Umweltforschung (DFIU) des Karlsruher Instituts für Umweltforschung (KIT) koordiniert.

Projektleiter an der Universität Freiburg: Janusch Jehle, janusch.jehle felis.uni-freiburg de; Samuel Mayer, samuel.mayer felis.uni-freiburg de

Projekt-Website: https://sumo-rhine.com/


NAVEBGO - Nachhaltige Verringerung des Biozideintrags in das Grundwasser am Oberrhein

Der grenzüberschreitende Oberrheinaquifer erfüllt sowohl für die Trinkwasserbereitstellung als auch für die Bewässerung wertvolle Ökosystemdienstleistungen, die es jetzt und für zukünftige Generationen zu schützen gilt. In einer aktuellen Untersuchung des Projektträgers in einem Stadtteil von Freiburg wurde ein deutlicher Grundwassereintrag von Bioziden und deren Transformationsprodukten aus Filmschutzmitteln für Bautenfarben und -putzen am Beipiel von Diuron, Terbutryn und Octhilinon nachgewiesen. Dieser erfolgte durch die Infiltration von kontaminiertem Abfluss in städtischen Versickerungsbauwerken.

Ähnliche Einträge sind in anderen Stadtgebieten im Bereich des Oberrheinaquifers wahrscheinlich. Für diesen Eintragspfad fehlt aber bislang eine umfassende Bestandsaufnahme oder Risikoabschätzung. Insbesondere ist nicht bekannt, an welchen Stellen der bedeutenste Grundwassereintrag stattfindet und ob es sinnvolle Alternativen zum Biozideinsatz auf Fassaden gibt, die von den relevanten Akteuren (von Heimwerkern über Malerfirmen bis hin zu politischen Entscheidungsträgern) auch wirklich angewendet werden.

Es besteht also dringender Kenntnis- und Handlungsbedarf, da Mikroverunreinigungen über Jahrzehnte im Grundwasser verweilen und sich an verschiedenen Stellen akkumulieren können.

NAVEBGO entwickelt eine Strategie, um die Kontamination des Oberrheinaquifers durch Biozide aus Siedlungsgebieten nachhaltig zu reduzieren. Dabei verfolgt das Projekt folgende Ziele:

  • Durch Geländebegehungen, Monitoring und hydrologische Modellierung möchte NAVEBGO den bestehenden Eintrag von Bioziden und deren Transformationsprodukten in Bezirken der Städte Landau, Freiburg und Strasbourg dokumentieren.
  • Über Labor und Geländeexperimente möchte NAVEBGO die Prozesse beim Eintrag in das Grundwasser erforschen.
  • Über soziologische Akteursanalysen möchte NAVEBGO die betroffenen Akteursketten und deren Wahrnehmungen und Praktiken identifizieren.
  • Schließlich möchte NAVEBGO technische Maßnahmen zur Eintragsreduzierung und Alternativen zum Biozideinsatz im Fassadenschutz überprüfen und unter zutreffenden Akteuren verbreiten.

Die Strategie wird für drei unterschiedlich große Städte (Straßburg, Freiburg, Landau) entwickelt, ist aber allgemein verfügbar und auf alle Siedlungsflächen im Oberrhein anwendbar.

Projektkoordinator an der Universität Freiburg: Jens Lange, jens.lange hydrology.uni-freiburg de

Projekt-Website: www.navebgo.uni-freiburg.de


SMI: Inklusives Smart Meter - Künstliche Intelligenz zur Unterstützung der proaktiven Steuerung des Energieverbrauchs durch Endnutzer

SMI ist ein interdisziplinäres und tri-nationales Forschungsprojekt mit EFRE-Kofinanzierung durch das EU-Programm Interreg V Oberrhein, das von der Universität Haute Alsace, Mulhouse (UHA IRIMAS-Institut de Recherche en Informatique, Mathématiques, Automatique et Signal) geleitet wird und in Zusammenarbeit mit über 15 Partnern aus Wissenschaft und Industrie entwickelt wird.

Als Reaktion auf die europäische Richtlinie 2009/72/EG für den Elektrizitätsbinnenmarkt und zur Senkung des Energieverbrauchs zielt das Projekt darauf ab, die Integration und Akzeptanz intelligenter Zähler durch die Haushalte zu verbessern und ein neues intelligentes Smart Meter zu entwickeln, das effizienter, sicherer und von den Verbrauchern besser akzeptiert wird. Neue Funktionalitäten für intelligente Zähler werden in diesem Rahmen entwickelt, um den individuellen Verbrauch von Elektrogeräten beim Endverbraucher unter Berücksichtigung von Energiepreisen, verfügbaren Produktions- und Speicherkapazitäten zu erfassen und vorherzusagen. Der inklusive Smart Meter Laborprototyp wird mit Hilfe von assoziierten Partnern getestet.

Das Projekt lässt sich in fünf komplementäre Teile unterteilen:

1. Abbildung von intelligenten Zählern und deren Typen, um ein klares und präzises Verständnis des vorhandenen Potenzials von intelligenten Zählern verschiedener Typen bei der Entwicklung von Demand-Response Maßnahmen im Rahmen von Flexibilisierungsmechanismen zum Ausgleich eines Energiesystems auf der Grundlage erneuerbarer Energien am Oberrhein zu erhalten.

2. Modellierung (Annahme + partizipative Nutzung) der Akzeptanz von intelligenten Zählern durch die Haushalte, indem einerseits die mit intelligenten Zählern verbundenen sozialen Repräsentationen und andererseits der Grad der Zufriedenheit, Erwartungen und Nutzungen in Bezug auf die technischen Merkmale von intelligenten Zählern untersucht werden. Diese Studie wird in zwei Phasen durchgeführt: über bestehende intelligente Zähler und über die Lösung, die im Rahmen dieses Projekts vorgeschlagen wird.

3. Künstliche Intelligenz für die Entwicklung des Smart Meter und Sicherheitskonzepte für verteilte Smart Grids. Die Ergebnisse der allgemeinen öffentlichen Umfrage der vorherigen Aufgabe werden dazu beitragen, die Grundlagen für ein intelligentes Instrument zur detaillierten Beobachtung des Energieverhaltens von Nutzungen bei maximaler Datensicherheit zu schaffen.

4. Die Änderung und eingehende Harmonisierung des derzeitigen Rechtsrahmens für intelligente Zähler für einen kompatiblen sektorübergreifenden Rechtsrahmen und die erhebliche Ausweitung der rechtlichen Möglichkeiten, die den betroffenen Akteuren geboten werden.

5. Die Ausarbeitung eines Whitepapers in 3 Sprachen (Französisch, Deutsch und Englisch) über intelligente Zähler, das über den Stand der Technik hinaus auch die Perspektiven für die zukünftige Entwicklung aufzeigt.

Projektkoordinatorin an der Universität Freiburg: Ines Gavrilut, ines.gavrilut@felis.uni-freiburg.de